Schatten – Ich wollte doch leben! - Verkehrssicherheitswochen an der Dr.-Georg-Schäfer-Schule

Nach fünfjähriger Pause fanden vom 15. - 26. Juni an der Berufsschule wieder die Verkehrssicherheitswochen statt

Jeder will heute mobil sein. Und viele müssen auch mobil sein, ob sie wollen oder nicht. Allein das System Berufsschule, das die Schüler aus dem ganzen Landkreis – und bei Sprengelbeschulung sogar überregional aus den Nachbarlandkreises oder sogar bundesweit – zentral in Schweinfurt beschult, fahren jeden Tag hunderte von Auszubildenden nicht nur mit den sicheren öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch mit privaten Zweirädern oder PKWs, bei Sonnenschein und Schneefall. Man kann als Lehrer oder Mitschüler eigentlich nur beten, dass alle am Ende eines Schuljahres gesund sind und bei ihren Schulwegen keinen schweren Unfall erlitten haben oder gar zu Tode gekommen sind.

Das Kultusministerium sieht sich hier auch in einer Mit-Verantwortung und hat deshalb seit vielen Jahren eigene Programme zur Vermeidung von Schülerunfällen aufgelegt. Unsere Berufsschule wurde in diesem Jahr für die Aktion „EVA - Ernstnehmende Verkehrssicherheitsarbeit“ zertifiziert. OStR Rolf Hoffmann erhielt im Herbst die Urkunde des Ministeriums.

Unter seiner tatkräftigen und umsichtigen Regie wurde nun am Ende des Schuljahres zwei Wochen lang intensiv und gründlich eine ganze Palette von Verkehrssicherheitsmaßnahmen mit den Schülern durchgeführt. Dazu konnte er vor allem den ADAC und die Verkehrswacht Bayern e. V. gewinnen, die sich mit "woman- " und "manpower" mit Vorträgen und Aktionen engagiert einbrachten.

Eröffnet wurden die Verkehrssicherheitswochen mit einer großen Eröffnungsveranstaltung in der vollbesetzten Aula. Der ADAC hatte geladen und Schüler, Lehrer und andere Gäste kamen.

In allen Reden -vom Schulleiter Helmut Mundel, über das Vorstandsmitglied des ADAC Michael Herbst, der 2. Bürgermeisterin Sorya Lippert bis hin zur Ansprache des Polizeioberrates Michael Libionka- kam immer wieder die persönliche Betroffenheit zur Sprache. Jeder wurde schon mit dem Leid eines schweren Unfalles konfrontiert. Um dieses Leid  zu vermeiden, damit auch wirklich alle lange leben können, wurden bei uns innerhalb von zwei Wochen mehrere Workshops parallel durchgeführt.
Hier kann nur ein kurzer Einblick gegeben werden:

Aufklärung „Alkohol und Drogen“:

Schüler konnten mit Hilfe einer sogenannten „Rauschbrille“ am eigenen Leib erleben, wie sich unter Alkohol oder Drogen unsere Wahrnehmungen verändern. Man wird orientierungslos und findet kaum mehr sein Ziel: Viel Gelächter im Übungssaal, aber in der Realität eine riesige Gefahr.

„Urlaubs-Check“:

Eine tolle Aktion von Schülern für Schüler. Die KFZ-Azubis überprüften die Fahrzeuge der Mitschüler.  Die richtige Beleuchtung, die Flüssigkeitsstände von Kühlmittel und Öl und die Bereifung wurden inspiziert.

Reifen-Workshop:

Anschaulich gezeigt wurden mangelhafte Reifen, fehlende Profiltiefe, zu großer Verschleiß und Beschädigungen.

Ausstellung:

Sechs Schattenrisse von Jugendlichen erzählten die Geschichten von Verunglückten. Jeder von ihnen „... wollte doch leben ...“ – aber es kam leider ganz anders.

Gurtschlitten:

Aus Miltenberg brachte Rolf Hoffmann selbst einen 9,3 Meter langen Gurtschlitten nach Schweinfurt. Mit ihm kann man simulieren wie sich ein ungebremster Aufprall anfühlt. Mit nur scheinbar lächerlichen 7 km/h rutscht man angegurtet auf dem Schlitten bergab bis man abrupt gebremst wird. In Wahrheit entspricht dies dem Aufprall von ungebremsten 25 km/h eines PKW auf eine stabile Mauer.

Motorrad-Parcours:

Mit eigenen Zweirädern konnten die Schüler(-innen) an einem Wettbewerb in Form eines Motorrad-Parcours teilnehmen. Die Beherrschung des Fahrzeugs und die Geschicklichkeit damit, nicht die Geschwindigkeit brachte den Sieg. Wichtig war es vor allem, den Rundkurs ohne Fehler (je 5 Strafsekunden) zu durchfahren. Als Sieger wurde Simon Hochrein (in 36,44 Sekunden) mit einem Gutschein prämiert.

Fahrschule:

Die Fahrschule Schodorf bot 48 Schülern eine Fahrstunde an, bei der sie ihre fahrerischen Fähigkeiten kritisch neu eingeschätzt bekamen. 4 Fahrlehrer in 4 Autos nahmen sich dafür 2 Tage lang Zeit.

Motorradtag:

Der gefühlte Höhepunkt der zwei Wochen war der Mittwoch,an dem alle Schüler Vorträge und Vorführungen mit Stunts durch den Fahrlehrer Matthäus Eckert mit seiner Mitarbeiterin miterlebten. Atemlos verfolgten sie die Vorstellung und bestaunten die zerrissene Kleidung. Hoffentlich wird sich kein Schüler mehr in Zukunft mit unzureichender Schutzkleidung auf sein Zweirad setzen.

 

Zusammenfassend läßt sich sagen:
Verkehrssicherheit und Verkehrserziehung sind wichtige Bestandteile auch an der Berufsschule. Wenn nur ein schwerer Unfall durch unsere Aktion vermieden wurde, hat sich der enorme Aufwand gelohnt. Ein herzliches und großes Danke an Rolf Hoffmann für diese zwei Wochen!
StD i.BV Ernst Petersen