Geschwister Scholl -unsere Adresse-

Die Dr.-Georg-Schäfer-Schule in Schweinfurt befindet sich in der Geschwister-Scholl-Straße. Sie erinnert an zwei junge Menschen, die sich gegen die Tyrannei der Nationalsozialisten auflehnten und dies mit ihrem Leben bitter bezahlten. Im Folgendem sollen diese beiden jungen Menschen und ihre Widerstandsgruppe kurz vorgestellt werden.

 

Hans Scholl (1918-1943)

1939 begann Scholl in München mit dem Medizinstudium und freundete sich mit drei Kommilitonen, Alexander Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst, an. Sie teilten Scholls Opposition zu dem nationalsozialistischen Regime und schlossen sich mit ihnen zur „Weißen Rose” zusammen. Im Juni 1942 brachte die Gruppe in München und fünf weiteren Städten vier „Flugblätter der Weißen Rose” in Umlauf, in denen sie die Massenmorde an polnischen Juden, Adligen und Intellektuellen anklagten und zu passivem Widerstand und Sabotage aufriefen. Nach einem halben Jahr - von Juli bis November 1942 - als Soldaten an der russischen Front kehrten die Freunde nach München zurück und setzten jetzt, unter dem Eindruck ihrer Fronterfahrung und der katastrophalen Niederlage bei Stalingrad, ihre Aktivitäten mit Flugblättern und Parolen gegen das nationalsozialistische Regime verstärkt fort. Im Januar und Februar 1943 verfassten Professor Kurt Huber und Hans Scholl zwei weitere Flugblätter, bei deren Verteilung Scholls Schwester Sophie mithalf.
Bei einer Flugblattaktion in der Münchner Universität am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst verhaftet; am 22. Februar wurden sie vom Volksgerichtshof unter Nazi-Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt und hingerichtet. Professor Huber und Alexander Schmorell wurden am 13. Juli und Willi Graf am 12. Oktober hingerichtet, 13 weitere Mitglieder der „Weißen Rose” inhaftiert.

Scholl, Sophie (1921-1943)

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 als jüngere Schwester von Hans Scholl in Forchtenberg in Baden-Württemberg geboren. Sie stand dem Nationalsozialismus zunächst positiv gegenüber und war Mitglied des BDM (Bund Deutscher Mädel). 1938 wurde sie zusammen mit ihrem Bruder zum ersten Mal verhaftet, weil sie beide in der bündischen Jugendarbeit tätig waren. Als Studentin der Biologie und der Philosophie in München schloss sie sich der von ihrem Bruder gegründeten Weißen Rose an.
Ab Mai 1942 entwarf und verteilte die Weiße Rose ihre ersten Flugblätter, in denen sie zu einem humanistisch-ethisch und christlich begründeten Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief. Während einer Flugblattaktion an der Münchner Universität wurden Sophie und Hans Scholl am 18. Februar 1943 verhaftet, am 22. Februar vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.
Zum 60. Jahrestag ihrer Hinrichtung wurde Sophie Scholl im Frühjahr 2003 in der Ruhmeshalle Walhalla mit einer Büste geehrt.
nach Autor: Isa Schikorsky

Die Weiße Rose

Die Weiße Rose war eine Münchner Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus. 1942 entstand der Münchner Kreis, der in insgesamt sechs Flugblättern zum passiven Widerstand und aktiven Kampf gegen das Hitlerregime aufrief.
Neben Hans Scholl und seiner Schwester Sophie Scholl gehörten der Bewegung, die auch Kontakte nach Hamburg unterhielt, vor allem die Medizinstudenten Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf sowie der Philosophieprofessor und Musikwissenschaftler Kurt Huber an. Im Juni und Juli 1942 kamen die ersten vier, von Hans Scholl geschriebenen Flugblätter, in Umlauf; Anfang 1943 folgten die beiden übrigen, an denen Kurt Huber maßgeblich mitgewirkt hatte. Am 18. Februar wurden die Geschwister Scholl festgenommen und zusammen mit Christoph Probst am 22. Februar 1943 hingerichtet. Weitere Todesurteile ergingen gegen Alexander Schmorell, Kurt Huber, Willi Graf und Hans Leipelt, einen Chemiestudenten im Umkreis der Gruppe.

nach Autor: Marion Pausch

Auf den Bildern sind dargestellt:

  • Hans Scholl
  • Sophie Scholl
  • Sophie Scholl mit ihrem Bruder Hans (links) und Christoph Probst am Münchner Verladebahnhof
    Foto: AP